Die Universitätsbibliothek der TU Berlin testet mit HAWKI ein datenschutzfreundliches KI‑Werkzeug, das Textproduktion und Routineaufgaben unterstützt.
KI in der Bibliothek
Künstliche Intelligenz (KI) hält weltweit Einzug in Recherche, Kommunikation und Content-Produktion. Als Universitätsbibliothek betrachten wir diese Dynamik interessiert und neugierig, aber mit der nötigen wissenschaftlichen Skepsis. Wir investieren in hochwertige Metadaten, geprüfte Informationsressourcen und verlässliche Services. Beim Einsatz unserer Tools stehen Nutzen und Qualität der Ergebnisse im Fokus, unter Beachtung von Datenschutz, Datensicherheit und den von der Hochschulleitung gesetzten Rahmenbedingungen. Diese Anforderungen müssen wir auch an ein KI-Werkzeug stellen, damit es zum Einsatz kommen kann.
Was ist HAWKI?
HAWKI ist ein Web‑Interface für Hochschulen, über das verschiedene LLM-Sprachmodelle eingebunden werden können. Der Login erfolgt über das Hochschulkonto, personenbezogene Daten werden nicht gespeichert. Das System ist modular aufgebaut, erlaubt die Einbindung unterschiedlicher Modelle und bietet Funktionen wie Gruppenchats, Datei-Uploads und eine Exportfunktion, die Prompts dokumentiert und so Transparenz schafft.
Warum HAWKI an der Bibliothek?
Die Universitätsbibliothek hat HAWKI gewählt, weil das System auf die digitale Souveränität von Hochschulen ausgerichtet ist und eine eigenständige, von großen Plattformanbietern unabhängige Infrastruktur vorsieht. Die Lösung wurde im Interaction Design Lab der HAWK Hildesheim entwickelt und explizit für die Bedürfnisse von Hochschulen konzipiert, sodass didaktische, ethische und datenschutzrechtliche Anforderungen im Mittelpunkt stehen. Durch die Möglichkeit, unterschiedliche KI-Modelle zu integrieren, passt HAWKI zu unserem Anspruch, technische Entwicklungen selbstbestimmt zu gestalten und wo möglich mit Open Source-Software einzusetzen.
Nutzung und Testphase
Seit Frühjahr 2025 steht eine HAWKI‑Installation über die Infrastruktur der Universitätsbibliothek zur Verfügung, auf die Mitarbeitende im UB‑Netz oder via VPN zugreifen können. Die Pilotphase dient dazu, Erfahrungen im Einsatz von KI für Bibliotheksprozesse zu sammeln, etwa bei Textentwürfen, Routinetätigkeiten oder als Reflexionspartner in Projekten. Eingebunden sind vor allem die KI-Dienste, die von der GWDG bereitgestellt werden, aber auch OpenAIs GPT-Modell, das über eine Schnittstelle eingebunden ist. Mitarbeitende können so verschiedene Modelle für ihre Anwendungszwecke testen, ohne persönliche Accounts bei den einzelnen Anbietern nutzen zu müssen.
Ausblick: Nächste Schritte mit KI
Nicht jeder Prozess profitiert von KI und das Know-how über Einsatzmöglichkeiten ist unterschiedlich ausgeprägt. Im Jahr 2026 soll in der UB der TU Berlin vor allem das Wissen über sinnvolle KI‑Nutzung wachsen. Eine Arbeitsgruppe entwickelt Schulungsmaterialien, sammelt Erfahrungen aus Pilotprojekten, fördert die Kommunikation zum Thema und formuliert Empfehlungen für Rahmenbedingungen. Ziel ist ein verantwortungsvoller, transparenter und nachhaltiger Einsatz von KI‑Werkzeugen, der Bibliotheksprozesse sinnvoll ergänzt und weiterentwickelt.
© Farina Deutschmann
Sonja Aust



