Open-Access-Publizieren – neue Wege zur Finanzierung der Publish-&-Read-Verträge

Open Access an der TU Berlin

Die Technische Universität Berlin hat sich im Jahr 2017 durch die Verabschiedung der Open-Access-Policy zum freien Zugang zu den Ergebnissen öffentlich geförderter Forschung bekannt. Seit 2021 ist die Unterstützung von Open Access auch im Berliner Hochschulgesetz verankert (§41). Die Berlin University Alliance als Verbund der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat sich 2023 in ihrem „Leitbild für eine Offene Wissenschaft der Berlin University Alliance“ dem Prinzip der Offenheit verpflichtet. Im Februar 2025 hat das Präsidium der TU Berlin diesen Beschluss bekräftigt und Schwerpunkte für die Umsetzung festgelegt.

Der Open-Access-Anteil bei wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln ist seit 2017 von circa 37 Prozent auf circa 78 Prozent angestiegen. Damit leistet die TU Berlin einen wichtigen Beitrag zur besseren Zugänglichkeit, Transparenz und Nachnutzbarkeit öffentlich finanzierter Forschung und dem Wissenstransfer.

Publish-&-Read-Verträge als wichtiger Baustein für die Umsetzung von Open Access

Im Auftrag des Präsidiums gestaltet die Universitätsbibliothek (UB) die Rahmenbedingungen für das Open-Access-Publizieren durch Finanzierung, Infrastrukturen und Beratungsangebote. Sogenannte Publish-&-Read-Verträge stellen dabei einen wichtigen Baustein dar: Sie ermöglichen den lesenden Zugang zum Gesamtportfolio einschlägiger Verlage und gleichzeitig das Open-Access-Publizieren zu vergünstigten Konditionen. Die TU Berlin nimmt dazu an den drei deutschlandweiten DEAL-Verträgen mit den Verlagen Elsevier, Springer und Wiley sowie zwölf weiteren Publish-&-Read-Verträgen teil. In ähnlicher Weise wird die Versorgung durch viele wissenschaftliche Institutionen wie den BUA-Partnereinrichtungen oder den Verbünden der TU9 und der U15 sichergestellt.

Finanzierung der Publish-&-Read-Verträge 2026–2028

Die Kosten für das Publizieren im Rahmen dieser Verträge wurden bisher zentral von der Universitätsbibliothek unter Einbeziehung ihrer Rücklage getragen. Dieser Finanzierungsweg hat sich in den letzten fünf Jahren bewährt. Eine zentrale Voll-Ausstattung der UB, die ab 2026 aufgrund der ausgeschöpften Rücklage notwendig wäre, ist aufgrund der aktuellen Haushaltslage an der TU Berlin nicht möglich. Um die Finanzierung weiterhin sicherzustellen, wurde daher vom Präsidium für die Jahre 2026–2028 neben dem UB-Beitrag eine Beteiligung der Fakultäten an der Finanzierung der Publish-&-Read-Verträge festgelegt.

Als weitere Säule zur finanziellen Absicherung des Open-Access-Publizierens wird mittel- und langfristig der konsequente Einsatz von Publikationsmitteln in Drittmittelprojekten zum Tragen kommen. Viele Drittmittelgeber bieten die Möglichkeit, Mittel für Open-Access-Publikationen zu beantragen oder pauschale Sachmittel für diesen Zweck zu verwenden.

Mit einem Zusammenspiel aus Haushalts- und Drittmitteln kann so die weitere Versorgung im Rahmen der Publish-&-Read-Verträge sichergestellt werden.

Und wie geht es weiter?

Für die Jahre 2026-2028 ist die gemeinsame Finanzierung festgelegt. Im Anschluss ist eine zentrale Finanzierungslösung unerlässlich. Gleichzeitig sollen – wie in der Schwerpunktsetzung für die Umsetzung des Leitbilds der Berlin University Alliance (BUA) für Offene Wissenschaft festgehalten – durch den Ausbau des Beratungs- und Informationsangebots derzeitige Finanzierungsstrukturen und Geschäftsmodelle besser sichtbar gemacht und Forschende dabei unterstützt werden, informierte Publikationsentscheidungen treffen zu können. Zudem sollen Strukturen für alternative, nicht-profitorientierte und wissenschaftseigene Publikationsmöglichkeiten ausgebaut werden. Der Wandel der Publikationskultur wurde durch den Beitritt der TU Berlin zur internationalen Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) bereits angestoßen.

© Philipp Plum

Katja Braschoß