„Ein Blick zurück und ein Blick nach vorn“ – 40 Jahre Bereichsbibliothek Physik im EW-Gebäude der TU Berlin

Seit vier Jahrzehnten ist die Bereichsbibliothek (BB) Physik ein fester Bestandteil des Eugene-Paul-Wigner-Gebäudes der TU Berlin. Sie ist Lernort, Arbeitsraum, Treffpunkt und Rückzugsort für mehrere Generationen von Studierenden der Physik. Das 40-jährige Jubiläum bietet Anlass, auf prägende Entwicklungen zurückzublicken, Stimmen der Studierenden einzubeziehen und zugleich zu fragen: Wie geht es weiter?

Highlights aus 40 Jahren BB Physik

Die Geschichte der BB Physik ist eng mit dem Physikstudium an der TU Berlin verbunden. Seit dem Einzug im Jahr 1985 hat sie sich kontinuierlich weiterentwickelt. Ein erster Meilenstein war die Integration ehemaliger Institutsbibliotheken, wodurch Literatur an einem zentralen Ort gebündelt wurde. Seit 1993 liegt in der Bibliothek ein Buch für Anschaffungswünsche aus, das auch heute noch genutzt wird. Darin kommunizieren Nutzer*innen und Bibliothek zu konkreten Literaturwünschen.

Mit der Digitalisierung wuchs der Anteil elektronischer Medien. Deren Sichtbarkeit und Auffindbarkeit im physischen Raum wurden gezielt durch Aufsteller und QR-Codes verbessert. Ein neu konzipiertes Leitsystem erleichtert heute die Orientierung im Bestand.
Durch Reduzierung des gedruckten Bestands wurde Platz für zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

So entstanden neue Gruppenräume, zusätzliche Einzelarbeitsplätze und ein Lounge-Bereich. Besondere Highlights der letzten Jahre waren 2024 die Neugestaltung und Erweiterung der Gruppenarbeitsbereiche, die in Abstimmung mit Studierenden und Lehrenden gezielt als Lernort für kooperatives Arbeiten weiterentwickelt wurden, und 2025 die Einrichtung eines „Noteingangs“.

Die Umfrage 2025

Die tatsächlichen Bedarfe der Studierenden wurden in der Bereichsbibliothek Physik über viele Jahre hinweg kontinuierlich abgefragt und nach Möglichkeit umgesetzt. So fand auch im Herbst 2025 eine Umfrage zu Nutzung, Zufriedenheit und Erwartungen an die BB Physik statt. Insgesamt 173 Rückläufe ergeben ein klares Bild:

  • Rund 73 % der Befragten kommen mindestens wöchentlich oder sogar täglich in die Bibliothek
  • Die Nutzenden verbringen viel Zeit in der BB Physik: fast 50 % bleiben für 2-4 Stunden; knapp 20 % mehr als 4 Stunden
  • Fast 80 % bewerten die BB Physik als wichtig bzw. sehr wichtig für ihr Studium

Wie oft kommen Sie ungefähr in die Bereichsbibliothek Physik?

Wie lange halten Sie sich im Durchschnitt in der Bereichsbibliothek Physik im Durchschnitt auf?

Besonders geschätzt werden:

  • die ruhige Lernatmosphäre,
  • die Nähe zu Hörsälen und Praktika,
  • der direkte Zugriff auf fachspezifische Literatur,
  • Möglichkeit zu fachlichem Austausch und sozialer Treffpunkt,
  • die Gruppenarbeitsräume.

Einzelne Rückmeldungen sprechen von „Lieblingslernort“, „zweitem Zuhause“ oder vom „einzigen wirklich ruhigen Ort im EW-Gebäude“.

Wie geht es weiter? Ungewissheiten und Perspektiven

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig die BB Physik als niedrigschwelliger, fachnaher Lernort im Gebäude ist, und die Umfrageergebnisse vermitteln den Eindruck, dass ein Wegfall der BB Physik einen massiven Einschnitt in den Studienalltag darstellen würde.

Wie wichtig ist die Bereichsbibliothek Physik für Ihr Studium?

Zugleich steht die Bibliothek vor strukturellen Herausforderungen: Das EW-Gebäude ist sanierungsbedürftig, ein Auszug ist mittelfristig nicht unwahrscheinlich bei ungeklärtem Alternative-Standort.

Gerade deshalb hat die Umfrage besondere Bedeutung. Sie macht sichtbar, dass die BB Physik kein „Auslaufmodell“ ist, sondern ein zentraler Bestandteil des Physik-Studiums: ein ruhiger Gegenpol zur Zentralbibliothek, spontaner Lernort zwischen Veranstaltungen mit direktem Zugriff auf Fachliteratur und Treffpunkt für gemeinsames Arbeiten. Ob im EW-Gebäude oder an einem neuen Standort: Die Erfahrungen der letzten 40 Jahre zeigen, dass die BB Physik dort stark ist, wo sie nah an der Lehre, nah an den Studierenden und offen für Veränderungen bleibt.

© UB TU Berlin

Nele Neuberger

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Dr. Wiebke Petersen